Islamisierung Afrikas

Islamisierung Afrikas

Eine große Weltreligion

Entgegen dem gängigen Verständnis, die meisten Anhänger des Islams leben im arabischen Raum, ist es Afrika, der den größten Anteil an islamischen Gläubigen stellt. Etwa 50 Prozent der afrikanischen Bevölkerung glauben an den Islam, weit mehr als Christen oder andere Religionen.

Von Vertriebenen mitgeführt

Christliche Geistliche haben über viele Jahrhunderte hinweg in heiligen Glaubenskriegen versucht, das Christentum zu verbreiten. Bis ins 20. Jahrhundert haben Missionare auf aller Welt an eine Bekehrung der Menschen gearbeitet. Ganz anders, und weitaus friedlicher, verbreitete sich der Islam. Im 7. Jahrhundert verbreitete sich der Glauben erstmals auf dem afrikanischen Kontinent. Das Volk der Umayyaden, das aus dem vorderem Orient vertrieben wurde, führte den Islam in Afrika friedlich ein. Die Verbreitung ihres Glaubens stand dabei nicht im Vordergrund. Über Ägypten bis nach Tunesien und sogar auf das spanische Festland verbreitete sich der Islam in den folgenden Jahrhunderten. Missionskriege waren nicht Teil der islamischen Strategie, dennoch gab es sie.

Verbreitung erst Jahrhunderte später

Lange Zeit blieb der Islam eine Glaubensrichtung für die nördlichsten Länder Afrikas. Abermals war es die Sahara, die eine Verbreitung des Glaubens gen Süden erfolgreich verhinderte. Erst gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurde der Islam erstmals in Zentralafrika verbreitet. Das Reich von Ghana, ein sagenumworbenes Reich an der südwestlichen Grenze der Sahara, wurde in diesem Jahrhundert von Gläubigen der Almoraviden heimgesucht. Sie nutzen die Gastfreundschaft des Reiches aus und eroberten die Hauptstadt, die Bevölkerung trat daraufhin zum Islam über. Diese Vorgehensweise ist eine der wenigen Belege für eine feindliche Konvertierung von islamtreuen Anhängern.

Durch Händler verbreitet

Nachdem der Islam erstmals südlich der Sahara verbreitet wurde, eroberte er schnell den gesamten Kontinent. Meist waren es fahrende Händler islamischen Glaubens, die die Religion in alle Landesteile trugen. Der Transsahara-Handel, der Afrika im Mittelalter enger zusammenwachsen ließ, sorgte für eine schnelle Verbreitung des Islams. Über Westafrika wurde der Islam über die Westküste bis an das Horn von Afrika und Südafrika getragen. Es dauerte dennoch bis zum 19. Jahrhundert, ehe der Islam das gesamte Land eroberte.

Die heutige Situation

Unter den islamtreuen Anhängern in Afrika gibt es heute viele unterschiedliche Glaubensrichtung. Weit verbreitet sind Rechtsschulen, vor allem in Ägypten, Sudan und Somalia sind sie oft anzufinden. In den letzten Jahrhunderten wurde der Islam mit vielen Glaubensmerkmalen und Traditionen der einheimischen Bevölkerung vereint. Nicht viele Anhänger kennen den Koran, die Heilige Schrift des Islam. Vielmehr sind es regionale Unterschiede, die diese Glaubensrichtung in Afrika sehr vielseitig und individuelle gestalten. Der schwarze Kontinent hat in den vergangenen Jahrhunderten einen großen Einfluss auf den Islam, der sich bis nach Asien verbreitete.

 

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