Geschichte von São Tomé und Príncipe

Geschichte von São Tomé und Príncipe

Die Demokratische Republik São Tomé und Príncipe ist ein Inselstaat im Golf von Guinea. Die Inseln des Staates liegen auf einer Fläche von 1.001 Quadratkilometern und somit ist der Inselstaat São Tomé der zweitkleinste Staat von Afrika, direkt nach den Seychellen.

Kolonialisierung

Es wird vermutet, dass die Inseln bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewohnt wurden. Die größere der beiden Inseln wurden nach dem heiligen Schutzpatron Thomas und die andere nach dem Thronprinzen Portugals benannt. Kurze Zeit nach der Entdeckung nutzten die Portugiesen die beiden Inseln zur Unterbringung von Sträflingen. Etwa 20 Jahre danach begannen die Portugiesen, die Arbeitskraft der Strafgefangenen und der schwarzen Sklaven zu nutzen, um große Plantagen auf den Inseln anzulegen. Um die großen Plantagen anlegen zu können, wurden große Teile des tropischen Regenwaldes, welcher die Inseln bis zu diesem Zeitpunkt fast vollständig bedeckte, abgeholzt. Zudem nutzten die Portugiesen die Insel im 16. Jahrhundert als Zwischenpunkt für die Verschiffung von Sklaven.

Verbot der Sklaverei

Im 17. Jahrhundert wollten die Niederländer die Inseln für sich erobern. Jedoch konnte sich dieser europäische Staat nur kurze Zeit durchsetzen, sodass Portugal die Herrschaft ab dem Jahre 1645 wieder zurückerobern konnte. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wandelte Portugal den Anbau von Zuckerrohr zunächst in den Anbau von Kaffee um. Im Jahre 1876 wurde die Sklaverei auf den Inseln offiziell verboten. Nach dieser Zeit wurde auf den Inseln auch vermehrt Kakao angebaut. Mit diesem Anbau entwickelten sich die beiden Inseln eine Zeit lang sogar zum weltweit führenden Kakao-Produzenten.

Unabhängigkeit

Zwar wurde die Sklaverei offiziell abgeschafft, jedoch führte das auf den Plantagen der Inseln nicht zu einer Veränderung der Arbeitsbedingungen. Mitte des 20. Jahrhunderts waren deshalb Aufstände die Folge der Spannungen zwischen den Kontraktarbeitern und den Portugiesen. Jedoch wurden die Aufstände von den portugiesischen Gutsherren niedergeschlagen. Ab dem Jahre 1951 erhielten die beiden Inseln São Tomé und Príncipe eine beschränkte innere Selbstverwaltung zuerkannt. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Mehrheit der Bevölkerung, die Nachkommen der Sklaven, keine Bürgerrechte. Durch das sogenannte Eingeborenenstatut aus dem Jahre 1954 sollten auch diese Menschen unter bestimmten Voraussetzungen Bürgerrechte erhalten können. Erst im Jahre 1961 erhielten alle Einwohner Bürgerrechte und zugleich wurde die Zwangsarbeit abgeschafft. Vollständig unabhängig von Portugal sind die Inseln São Tomé und Príncipe seit dem 12. Juli 1975.

 

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