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Malaria und Prophylaxe – Schutz vor einer Tropenkrankheit

Malaria-Risikogebiete, Schutzmaßnahmen & Verhalten bei Fieber nach der Reise – mit Arztvorbehalt.

Redaktion Afriwhere 4 Min Lesezeit aktualisiert 14. September 2026
Malaria und Prophylaxe – Schutz vor einer Tropenkrankheit
Mücke auf menschlicher Haut im Dämmerlicht

Malaria und Prophylaxe – Schutz vor einer Tropenkrankheit

Malaria ist eine durch Parasiten übertragene Infektionskrankheit, die in vielen tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Reisende sollten sich vorab über das Risiko im Zielgebiet informieren und entsprechende Vorsorgemaßnahmen ergreifen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Risikogebiete, Schutzstrategien und das richtige Verhalten bei Verdacht auf eine Infektion.

Risikogebiete und Saisonalität

Malaria wird durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen. Die Übertragungshäufigkeit variiert je nach Region, Jahreszeit und lokalen Bedingungen:

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  • Hohes Risiko: Subsahara-Afrika (insbesondere West- und Ostafrika), Teile Südostasiens, Papua-Neuguinea und das Amazonasgebiet.
  • Mittleres Risiko: Süd- und Mittelamerika (außer Amazonas), Teile Indiens, Südostasien (z. B. Thailand, Kambodscha) und der Jemen.
  • Niedriges oder kein Risiko: Städte, Hochlagen über 2.000 Metern, Wüstenregionen und die meisten touristischen Gebiete in Nordafrika oder Südafrika.

Die Übertragung ist in der Regel ganzjährig möglich, kann aber in trockenen oder kühleren Monaten (z. B. während der Trockenzeit in Westafrika) geringer ausfallen. Aktuelle Risikokarten bietet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder das US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Expositionsschutz – die erste Schutzmaßnahme

Der beste Schutz besteht darin, Mückenstiche zu vermeiden. Dazu gehören:

  • Kleidung: Lange, helle und imprägnierte Kleidung (z. B. mit Permethrin behandelt) tragen, besonders in den Abend- und Nachtstunden.
  • Mückenschutzmittel: Repellents mit den Wirkstoffen DEET (20–50 %), Icaridin oder Picaridin verwenden. Auf die Haut und ggf. auf Kleidung auftragen.
  • Schlafplatz: Moskitonetze (imprägniert mit Insektiziden wie Permethrin) über dem Bett anbringen. Klimaanlagen oder Ventilatoren können Mücken abschrecken.
  • Umgebung: Stehende Gewässer (z. B. in Blumentöpfen oder Pfützen) meiden, da sie Brutstätten für Mücken sind.

Diese Maßnahmen reduzieren nicht nur das Malariarisiko, sondern schützen auch vor anderen durch Mücken übertragenen Krankheiten wie Dengue oder Zika.

Medikamentöse Prophylaxe – Optionen und Grenzen

Eine medikamentöse Vorbeugung (Chemoprophylaxe) kann das Risiko einer Malariaerkrankung deutlich senken. Die Wahl des Präparats hängt vom Reiseziel, der Resistenzlage und individuellen Faktoren (z. B. Vorerkrankungen, Schwangerschaft) ab. Eine ärztliche Beratung ist zwingend erforderlich.

Mögliche Wirkstoffe und ihre Anwendung:

  • Atovaquon/Proguanil (z. B. Malarone®):
    • Einnahmebeginn: 1–2 Tage vor der Einreise, während des Aufenthalts und bis 7 Tage nach der Rückkehr.
    • Gut verträglich, aber teuer. Nicht für Schwangere im 1. Trimester oder bei Nierenfunktionsstörungen geeignet.
  • Doxycyclin:
    • Einnahmebeginn: 1–2 Tage vor der Einreise, während des Aufenthalts und bis 4 Wochen nach der Rückkehr.
    • Günstig und wirksam gegen andere Infektionen (z. B. Leptospirose). Nicht für Kinder unter 8 Jahren oder Schwangere geeignet.
  • Mefloquin (z. B. Lariam®):
    • Einnahmebeginn: 1–3 Wochen vor der Einreise, während des Aufenthalts und bis 4 Wochen nach der Rückkehr.
    • Wirksam, aber mögliche neuropsychiatrische Nebenwirkungen (z. B. Albträume, Schwindel). Nicht für Personen mit Epilepsie oder psychischen Erkrankungen geeignet.
  • Chloroquin (z. B. Resochin®):
    • Nur noch in wenigen Regionen (z. B. Mittelamerika) wirksam, da viele Erreger resistent sind.
    • Einnahmebeginn: 1 Woche vor der Einreise, während des Aufenthalts und bis 4 Wochen nach der Rückkehr.

Wichtig: Die Prophylaxe schützt nicht zu 100 %. Auch bei korrekter Einnahme kann eine Malariainfektion auftreten. Eine Notfall-Selbsttherapie (z. B. mit Artemether/Lumefantrin) kann in abgelegenen Gebieten sinnvoll sein – hierüber sollte ebenfalls ein Arzt aufklären.

Verhalten bei Fieber nach der Reise

Treten innerhalb von 3 Monaten nach der Rückkehr Fieberschübe (oft mit Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen) auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Malaria kann auch noch Wochen oder Monate nach der Infektion ausbrechen. Folgende Schritte sind wichtig:

  1. Diagnostik: Ein Bluttest (dicker Tropfen oder PCR) bestätigt oder widerlegt den Verdacht.
  2. Therapie: Bei positivem Befund wird eine spezifische Malariatherapie eingeleitet (z. B. mit Artemisinin-Kombinationstherapien).
  3. Dokumentation: Dem Arzt die Reiseroute, die eingenommenen Medikamente (auch Prophylaxe) und mögliche Symptome mitteilen.

Notfall: Bei schweren Symptomen (z. B. Bewusstseinsstörungen, Nierenversagen) sofort eine Klinik aufsuchen oder den Notruf wählen.

Fazit

Malaria ist eine ernstzunehmende Erkrankung, deren Risiko durch konsequenten Mückenschutz und ggf. medikamentöse Prophylaxe reduziert werden kann. Eine individuelle Beratung durch einen Reisemediziner oder Tropeninstitut ist unverzichtbar – sowohl vor der Reise als auch im Krankheitsfall. Aktuelle Empfehlungen finden sich auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) oder des CRM Centrum für Reisemedizin.

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