Nationalparks in Kamerun
Kaum ein anderes Land auf dem afrikanischen Kontinent spiegelt die Vielfältigkeit des Erdteils so umfassend wieder wie Kamerun. Das Land liegt in Zentralafrika, direkt am Atlantischen Ozean.
In der Landesmitte herrschen tropische Temperaturen und regenreiche Perioden, im nördlichsten Zipfel Kameruns, direkt am Tschadsee ist das Klima trocken. Ebenso vielseitig wie das Klima ist auch die Tier- und Pflanzenwelt des Landes. Zum Schutze der Natur gibt es in Kamerun eine große Zahl an Nationalparks, einige davon gehören auch zum Weltnaturerbe der UNESCO.
Das Wildtierreservat Dja
Benannt nach dem Fluss Dja, wird dieses Reservat seit 1981 offiziell als Nationalpark geführt. Der Park zählt zu den am besten erhaltenen Regenwald auf dem gesamten Kontinent. Auf einer Fläche von 5.260 km² leben mehr als 100 unterschiedliche Säugetier- und rund 350 Vogelarten. Gefährdete Tierarten wie Waldelefanten, Flachland-Gorillas und einige Primatenarten stehen unter einem besonderen Schutz der örtlichen Ranger.
An den Flussläufen sind Krokodile beheimatet, im gesamten Park findet man Reptilien, darunter auch die giftige schwarz-weiße Hutschlange. Für Touristen gibt es zwei nennenswerte Ausgangspunkte, um das Gebiet zu erkunden. Die Dörfer Lomié und Djoum liegen am Rand des Nationalparks und eignen sich ideal als Startpunkt für eine Erkundung des Wildtierreservat Dja.
Der Takamanda-Nationalpark
Als bisher letztes Schutzgebiet wurde 2008 der Takamanda-Nationalpark in die Liste der Nationalparks aufgenommen. An der Grenze zu Nigeria gelegen, habend die Ranger in diesem Gebiet eine besondere Aufgabe. Auf dem bergigen Gebiet, Teile des Mbe-Bergs befinden im Schutzgebiet, sind Cross-River-Gorilla beheimatet. Weniger als 300 Tiere dieser Art gibt es weltweit nur noch. Ihre Erhaltung hat oberste Priorität.
Neben den Gorillas sind in diesem Nationalpark vor allem Reptilien zu Hause. Stachelrand-Gelenkschildkröte, Stutz-Gelenkschildkröten sowie Nil-Weichschildkröten haben sich perfekt an den widrigen Bedingungen in der regenreichen Bergregion angepasst.
Der Waza-Nationalpark
Einer der ältesten Nationalparks des Landes liegt weit im Norden, in der Region des Tschadsees: der Waza-Nationalpark. 1934 als Reservat gegründet, besitzt dieses Schutzgebiet seit 1968 den Status eines Nationalparks und gehört bald wohl möglich auch zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Symbolisch für den Park sind weitläufige Grasflächen im Osten, die während der Regenzeit von Juni bis Oktober überflutet werden. Der Westen des Landes ist stark bewaldet, meist von Arkazien.
Der Waza-Nationalpark ist trotz seiner Größe von etwa 1.700 km² nicht sehr stark besiedelt, dafür ist der Erhalt der Tierarten umso wichtiger. Die letzten Elefanten in Westafrika sind in Waza beheimatet, ihre Population beträgt wenige Hundert Tiere. Vereinzelnd trifft man im Park auf größere Populationen von Giraffen, ein mittlerweile seltenes Bild innerhalb der Sahelzone.
In deutlich größerer Zahl sind im Waza-Nationalpark Antilopen, Warzenschweine und Gazellen. In den dicht bewaldeten Gebieten sind zudem zahlreiche Vogelarten anzutreffen, ihre Zahl wird auf etwa 300 geschätzt. Die vielleicht imposanteste Vogelart ist der Kronenkranich, der durch seine Federkrone die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
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