Nationalparks in Gambia
Gambia ist der kleinste Staat auf dem afrikanischen Kontinent, es ist ungefähr halb so groß wie das deutsche Bundesland Sachsen-Anhalt. Trotz seiner geringen Größe leben rund 1,7 Millionen Menschen in Gambia.
Das Land hat eine knapp 80 Kilometer lange Küste zum Atlantischen Ozean und verläuft ins Landesinnere parallel zum gleichnamigen Fluss Gambia. Fünf offizielle Nationalparks, einige Reservate und Schutzgebiete zeugen von dem großen Einsatz Gambias, die Umwelt zu schützen.
Der Kiang West National Park
Am Südufer des Gambiaflusses gelegen, ist der Kiang West National Park der größte Nationalpark des westafrikanischen Staats. Auf einer Fläche von rund 115 km² leben in erster Linie kleine Säugetiere wie Wüstenluchse oder Buschböcke. Im gesamten Park sind immer wieder Primaten wie Stummelaffen oder Paviane anzutreffen, die in den Mangrovenwäldern am Fluss oder in den Galeriewäldern leben. Als besonders schützenswert gelten die Afrikanischen Manati, eine vom Aussterben bedrohte Seekuhart. Sie sind im Gambiafluss beheimatet und sind vor allem im west- und zentralafrikanischen Raum angesiedelt. Der Nationalpark ist für Touristen bisher eher ein Geheimtipp. Über drei Eingänge kann der Park betreten werden, Ranger bieten spezielle Touren für Urlauber an.
Der Niumi National Park
Nur knapp 50 km² groß, dafür aber die Heimat vieler bedrohter Tierarten - dem 1987 ernannten Niumi National Park kommt eine sehr wichtige Rolle beim Artenschutz bei. Der Park liegt im äußersten Nordwesten Gambias und umschließt neben der Insel Jinack Island auch ein kleines Areal auf dem Festland. Die Insel selbst ist nur knapp 700 Meter breit, beherbergt allerdings zahlreiche Vogelarten. Sie dient als Winterquartier für Zugvögel und bietet Wasservögeln ideale Nistbedingungen. Im Niumi National Park halten sich Kamerun-Flussdelfine und Grüne Meereschildkröten auf. Auf senegalesischer Seite schließt sich der Delta du Saloum National Park an, der 1.800 km² groß ist. Beide Parks bilden zusammen ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet, das kurz vor der internationalen Anerkennung steht.
Der River Gambia National Park
Für Einheimische und Touristen nicht geöffnet, ist der River Gambia National Park ein wichtiges Rückzuggebiet für bedrohte Tierarten. Das Schutzgebiet liegt in der Mitte des Landes, am Gambia-Fluss. Mehrere kleine Inseln befinden sich in diesem Nationalpark, sie werden nur zu Forschungszwecken von Menschen betreten. 1978 wurde der Nationalpark eröffnet, ein Jahr später wurde hier ein weltweit bekanntes Schimpansen-Auswilderungsprojekt gestartet. Aus aller Welt wurden Schimpansen hier ausgewildert. Das Projekt ist sehr erfolgreich, heute leben zahlreiche Schimpansen-Gruppen auf den einzelnen Inseln. An den Ufern des Flusses sind zahlreiche Reptilien, vorwiegend Krokodile und Schlangen sowie Antilopen und Buschböcke heimisch.
Die weiteren Schutzgebiete
Neben den genannten Nationalparks gibt es in Gambia noch einige ausgewiesene Schutzgebiete. Zu den nennenswertesten Parks gehören neben dem Abuko Nature Reserve auch das Tanji Bird Reserve, ein reines Schutzgebiet für Vögel. Beide Anlagen befinden sich im Westen des Landes, unweit des Atlantischen Ozeans.
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