Nationalparks in Burundi – Wildnis zwischen Seen und Bergen
Nationalparks in Burundi – Wildnis zwischen Seen und Bergen
Burundi beherbergt eine Reihe von Schutzgebieten, die trotz ihrer geringen Größe eine beeindruckende Vielfalt an Ökosystemen und Tierarten aufweisen. Von dichten Bergregenwäldern über Savannenlandschaften bis hin zu Feuchtgebieten an den Ufern des Tanganjikasees – die Nationalparks des Landes bieten einzigartige Einblicke in die ostafrikanische Biodiversität. Viele dieser Gebiete sind noch wenig erschlossen, was sie zu Zielen für Reisende macht, die abseits der klassischen Touristenpfade unterwegs sind.
Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Nationalparks in Burundi mit Informationen zu Lage, Tierwelt, bester Reisezeit, Anreise und Eintritt. Zudem enthält der Artikel eine Karte der Schutzgebiete und einen Routenvorschlag für eine zweiwöchige Reise durch das Land.
Die Nationalparks Burundis im Überblick
1. Kibira-Nationalpark
Lage: Nordwesten Burundis, nahe der Grenze zu Ruanda, etwa 30 km nördlich der Hauptstadt Gitega.
Größe: 400 km²
Tierwelt:
- Primaten: Mantelaffen, Schwarz-weiße Stummelaffen, Colobusaffen
- Vögel: Über 200 Arten, darunter der Graupapagei und der Ruwenzori-Turako
- Säugetiere: Afrikanischer Elefant (selten), Büffel, Leoparden, verschiedene Antilopenarten
Bester Reisezeit: Juni bis September (trocken, gute Sichtverhältnisse) oder Dezember bis Februar (mildere Temperaturen).
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 4–5 Stunden Fahrt (180 km) über die RN2.
- Von Gitega aus: ca. 1 Stunde Fahrt (30 km).
Eintritt: ca. 25.000 BIF (ca. 12 EUR) für ausländische Besucher, inkl. Guide.
2. Ruvubu-Nationalpark
Lage: Nordosten Burundis, entlang des Flusses Ruvubu, etwa 120 km östlich von Gitega.
Größe: 508 km²
Tierwelt:
- Säugetiere: Löwen, Leoparden, Afrikanische Wildhunde (selten), Büffel, Flusspferde, verschiedene Antilopenarten
- Vögel: Über 400 Arten, darunter der Schreiseeadler und der Graufischer
- Reptilien: Nilkrokodile, Pythons
Bester Reisezeit: Juni bis September (trockene Jahreszeit, Tiere sammeln sich an Wasserlöchern) oder Dezember bis Februar.
Anreise:
- Von Gitega aus: ca. 3–4 Stunden Fahrt (120 km) über die RN12.
- Von Bujumbura aus: ca. 6–7 Stunden Fahrt (300 km).
Eintritt: ca. 20.000 BIF (ca. 10 EUR) für ausländische Besucher.
3. Rusizi-Nationalpark
Lage: Südwesten Burundis, an der Mündung des Flusses Rusizi in den Tanganjikasee, nahe der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo.
Größe: 90 km²
Tierwelt:
- Vögel: Über 200 Arten, darunter Pelikane, Reiher, Eisvögel und der seltene Schuhschnabel
- Säugetiere: Flusspferde, Büffel, Warzenschweine, verschiedene Primaten
- Reptilien: Nilkrokodile, verschiedene Schlangenarten
Bester Reisezeit: Mai bis Oktober (trocken, gute Vogelbeobachtung) oder Januar bis März.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 1,5 Stunden Fahrt (50 km) über die RN5.
Eintritt: ca. 15.000 BIF (ca. 7 EUR) für ausländische Besucher.
4. Bururi-Waldreservat (Réserve Naturelle de la Forêt de Bururi)
Lage: Südwesten Burundis, nahe der Stadt Bururi, etwa 70 km südlich von Bujumbura.
Größe: 33 km²
Tierwelt:
- Primaten: Colobusaffen, Schwarz-weiße Stummelaffen
- Vögel: Über 150 Arten, darunter der Ruwenzori-Turako und der Graupapagei
- Säugetiere: Büffel, verschiedene Antilopenarten
Bester Reisezeit: Juni bis September oder Dezember bis Februar.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 2 Stunden Fahrt (70 km) über die RN3.
Eintritt: ca. 10.000 BIF (ca. 5 EUR) für ausländische Besucher.
5. Kigwena-Waldreservat (Réserve Naturelle de Kigwena)
Lage: Südwesten Burundis, nahe der Stadt Rumonge, am Ostufer des Tanganjikasees.
Größe: 12 km²
Tierwelt:
- Vögel: Über 100 Arten, darunter der Palmgeier und der Graufischer
- Säugetiere: Primaten, verschiedene Antilopenarten
- Reptilien: Pythons, verschiedene Schlangenarten
Bester Reisezeit: Mai bis Oktober oder Januar bis März.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 2,5 Stunden Fahrt (100 km) über die RN3.
Eintritt: ca. 8.000 BIF (ca. 4 EUR) für ausländische Besucher.
6. Vyanda-Waldreservat (Réserve Naturelle de Vyanda)
Lage: Südwesten Burundis, nahe der Stadt Vyanda, etwa 100 km südlich von Bujumbura.
Größe: 12 km²
Tierwelt:
- Primaten: Colobusaffen, Schwarz-weiße Stummelaffen
- Vögel: Über 100 Arten
- Säugetiere: Büffel, verschiedene Antilopenarten
Bester Reisezeit: Juni bis September oder Dezember bis Februar.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 3 Stunden Fahrt (100 km) über die RN3.
Eintritt: ca. 8.000 BIF (ca. 4 EUR) für ausländische Besucher.
7. Mwirangi-Waldreservat (Réserve Naturelle de Mwirangi)
Lage: Südwesten Burundis, nahe der Stadt Rumonge, etwa 80 km südlich von Bujumbura.
Größe: 10 km²
Tierwelt:
- Primaten: Colobusaffen, Schwarz-weiße Stummelaffen
- Vögel: Über 100 Arten
- Säugetiere: Büffel, verschiedene Antilopenarten
Bester Reisezeit: Juni bis September oder Dezember bis Februar.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 2,5 Stunden Fahrt (80 km) über die RN3.
Eintritt: ca. 8.000 BIF (ca. 4 EUR) für ausländische Besucher.
8. Rumonge-Waldreservat (Réserve Naturelle de Rumonge)
Lage: Südwesten Burundis, nahe der Stadt Rumonge, am Ostufer des Tanganjikasees.
Größe: 12 km²
Tierwelt:
- Vögel: Über 100 Arten
- Säugetiere: Primaten, verschiedene Antilopenarten
- Reptilien: Pythons, verschiedene Schlangenarten
Bester Reisezeit: Mai bis Oktober oder Januar bis März.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 2 Stunden Fahrt (70 km) über die RN3.
Eintritt: ca. 8.000 BIF (ca. 4 EUR) für ausländische Besucher.
9. Nkurunziza-Waldreservat (Réserve Naturelle de Nkurunziza)
Lage: Zentrum Burundis, nahe der Stadt Gitega.
Größe: 10 km²
Tierwelt:
- Primaten: Colobusaffen, Schwarz-weiße Stummelaffen
- Vögel: Über 100 Arten
- Säugetiere: Büffel, verschiedene Antilopenarten
Bester Reisezeit: Juni bis September oder Dezember bis Februar.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 3 Stunden Fahrt (100 km) über die RN2.
- Von Gitega aus: ca. 30 Minuten Fahrt.
Eintritt: ca. 8.000 BIF (ca. 4 EUR) für ausländische Besucher.
10. Rwegura-Waldreservat (Réserve Naturelle de Rwegura)
Lage: Nordwesten Burundis, nahe der Stadt Ngozi.
Größe: 10 km²
Tierwelt:
- Primaten: Colobusaffen, Schwarz-weiße Stummelaffen
- Vögel: Über 100 Arten
- Säugetiere: Büffel, verschiedene Antilopenarten
Bester Reisezeit: Juni bis September oder Dezember bis Februar.
Anreise:
- Von Bujumbura aus: ca. 4 Stunden Fahrt (150 km) über die RN2.
- Von Gitega aus: ca. 2 Stunden Fahrt (70 km).
Eintritt: ca. 8.000 BIF (ca. 4 EUR) für ausländische Besucher.
Karte der Nationalparks in Burundi

Hinweis: Die Karte zeigt die Lage der wichtigsten Nationalparks und Waldreservate in Burundi. Detaillierte Karten sind vor Ort bei den Parkverwaltungen oder im Tourismusbüro in Bujumbura erhältlich.
Routenvorschlag: Zwei Wochen Nationalparks in Burundi
Diese Route führt Sie zu den wichtigsten Nationalparks und Waldreservaten Burundis und kombiniert Naturerlebnisse mit kulturellen Einblicken. Die Reise startet und endet in Bujumbura, der größten Stadt des Landes.
Tag 1–3: Bujumbura und Umgebung
- Tag 1: Ankunft in Bujumbura, Besuch des Livingstone-Stenen, Spaziergang am Strand des Tanganjikasees.
- Tag 2: Tagesausflug zum Rusizi-Nationalpark (Vogelbeobachtung, Bootsfahrt auf dem Tanganjikasee).
- Tag 3: Besuch des Kigwena-Waldreservats (Wanderung, Vogelbeobachtung).
Tag 4–6: Südwesten Burundis
- Tag 4: Fahrt nach Rumonge (ca. 2 Stunden), Besuch des Rumonge-Waldreservats.
- Tag 5: Weiterfahrt nach Vyanda (ca. 1 Stunde), Wanderung im Vyanda-Waldreservat.
- Tag 6: Fahrt nach Bururi (ca. 1 Stunde), Besuch des Bururi-Waldreservats.
Tag 7–9: Zentrum Burundis
- Tag 7: Fahrt nach Gitega (ca. 2 Stunden), Besuch des Nkurunziza-Waldreservats.
- Tag 8: Besuch des Kibira-Nationalparks (Wanderung, Primatenbeobachtung).
- Tag 9: Weiterfahrt nach Ngozi (ca. 3 Stunden), Besuch des Rwegura-Waldreservats.
Tag 10–12: Nordosten Burundis
- Tag 10: Fahrt nach Ruvubu-Nationalpark (ca. 4 Stunden), Safari im Park.
- Tag 11: Geführte Wanderung im Ruvubu-Nationalpark, Besuch eines lokalen Dorfes.
- Tag 12: Rückfahrt nach Gitega (ca. 3 Stunden), Besuch der Stadt und des Marktes.
Tag 13–14: Rückreise nach Bujumbura
- Tag 13: Fahrt von Gitega nach Bujumbura (ca. 3 Stunden), Besuch des Nationalmuseums oder Entspannung am See.
- Tag 14: Abreise oder Verlängerung des Aufenthalts.
Praktische Informationen für Besucher
Beste Reisezeit
Die beste Zeit für einen Besuch der Nationalparks in Burundi ist während der Trockenzeit von Juni bis September oder in den milden Monaten Dezember bis Februar. In diesen Perioden sind die Wege besser passierbar, und die Tierbeobachtung ist einfacher, da sich die Tiere an Wasserlöchern sammeln.
Anreise nach Burundi
Der internationale Flughafen von Burundi liegt in Bujumbura (BJM). Direktflüge gibt es von Addis Abeba, Nairobi, Daressalam und Dubai. Alternativ ist eine Anreise über die Nachbarländer (Ruanda, Tansania, Demokratische Republik Kongo) möglich.
Unterkünfte
In der Nähe der Nationalparks gibt es einfache Gästehäuser, Lodges und Campingplätze. In Bujumbura und Gitega stehen Hotels und Gästehäuser verschiedener Preiskategorien zur Verfügung. Eine frühzeitige Buchung wird empfohlen, insbesondere in der Hochsaison.
Sicherheit und Gesundheit
Burundi gilt als relativ sicheres Reiseland, allerdings sollten Besucher sich an die üblichen Vorsichtsmaßnahmen halten (z. B. keine Wertsachen offen tragen, nachts nicht allein unterwegs sein). Eine Reiseapotheke mit Malariaprophylaxe und Impfungen (z. B. Gelbfieber, Hepatitis A) wird empfohlen. Leitungswasser sollte nicht getrunken werden.
Lokale Guides
Für die Erkundung der Nationalparks sind lokale Guides obligatorisch. Sie können vor Ort gebucht oder über Reiseveranstalter organisiert werden. Die Guides kennen die Tierwelt und die Wege und tragen zur Sicherheit der Besucher bei.
Einreisebestimmungen
Für die Einreise nach Burundi benötigen Besucher einen gültigen Reisepass (mindestens 6 Monate gültig) und ein Visum. Das Visum kann bei der Botschaft Burundis oder bei der Einreise am Flughafen beantragt werden. Die Kosten betragen ca. 90 USD für ein Touristenvisum.
Währung und Zahlungsmittel
Die offizielle Währung in Burundi ist der Burundi-Franc (BIF). In Bujumbura und größeren Städten werden Kreditkarten akzeptiert, in ländlichen Gebieten ist Bargeld (in kleinen Scheinen) vorzuziehen. Geldautomaten sind in Bujumbura verfügbar.
Fazit: Nationalparks in Burundi entdecken
Burundis Nationalparks und Waldreservate bieten Reisenden eine einzigartige Gelegenheit, die unberührte Natur Ostafrikas abseits der ausgetretenen Pfade zu erleben. Von den dichten Regenwäldern des Kibira-Nationalparks bis zu den Feuchtgebieten des Rusizi-Nationalparks – jedes Schutzgebiet hat seinen eigenen Charakter und seine eigene Tierwelt. Mit einer guten Planung und lokalen Guides lässt sich eine Reise durch Burundis Naturparadiese zu einem unvergesslichen Erlebnis gestalten.
Für weitere Informationen zu den Nationalparks in Burundi oder zur Planung Ihrer Reise können Sie sich an das Office National du Tourisme du Burundi wenden.