Nationalparks auf den Seychellen – Naturparadiese zwischen Granitfelsen und Palmen
Entdecke die Nationalparks der Seychellen: einzigartige Ökosysteme, endemische Arten und unberührte Strände. Infos zu Lage, Tierwelt und Anreise.
Nationalparks auf den Seychellen – Naturparadiese zwischen Granitfelsen und Palmen
Die Seychellen sind bekannt für ihre traumhaften Strände und kristallklaren Gewässer, doch das Archipel beherbergt auch eine Reihe geschützter Naturgebiete, die von üppigen Regenwäldern bis zu kargen Felslandschaften reichen. Die Nationalparks der Seychellen schützen einzigartige Ökosysteme mit endemischen Arten und sind ein Muss für Naturliebhaber. Hier eine Übersicht der wichtigsten Schutzgebiete, ihre Besonderheiten und praktische Informationen für Besucher.
Die Nationalparks der Seychellen im Überblick
Die Seychellen verfügen über mehrere Schutzgebiete, die als Nationalparks oder Naturreservate ausgewiesen sind. Die meisten liegen auf den Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue, einige auch auf den äußeren Inseln. Die folgenden Parks sind öffentlich zugänglich und bieten geführte Touren oder selbstständige Erkundungen an.
1. Morne Seychellois Nationalpark (Mahé)
Lage: Nordwesten von Mahé, umfasst den höchsten Berg der Insel (905 m).
Tierwelt & Besonderheiten: Nebelwälder, endemische Vögel wie der Seychellen-Bulbul, Reptilien und seltene Pflanzen. Der Park bietet Wanderwege mit Panoramablicken über die Küste.
Beste Reisezeit: Ganzjährig, jedoch in der Regenzeit (Dezember–März) können Wege matschig sein.
Anreise: Von Victoria aus mit dem Auto oder Taxi erreichbar (ca. 30–40 Minuten).
Eintritt: Kostenlos, Spenden für den Erhalt willkommen.
2. Port Launay Nationalpark (Mahé)
Lage: Westküste von Mahé, zwischen Baie Lazare und Port Glaud.
Tierwelt & Besonderheiten: Mangrovenwälder, Wattflächen und Küstenvegetation. Wichtiges Rastgebiet für Zugvögel, darunter der seltene Madagaskar-Seeadler.
Beste Reisezeit: April–Oktober (trockenere Monate, bessere Vogelbeobachtung).
Anreise: Mit dem Auto von Victoria aus in ca. 45 Minuten erreichbar.
Eintritt: Kostenlos.
3. Vallée de Mai Nature Reserve (Praslin)
Lage: Zentral auf Praslin, UNESCO-Weltnaturerbe.
Tierwelt & Besonderheiten: Einzigartiger Palmenwald mit der endemischen Seychellenpalme (*Lodoicea maldivica*), Heimat des Schwarzvogels (*Hypsipetes crassirostris*) und des Seychellen-Nektarvogels.
Beste Reisezeit: Ganzjährig, jedoch in der Regenzeit (Dezember–März) weniger Touristen.
Anreise:
- Mit der Fähre von Mahé nach Praslin (ca. 1 Stunde), dann mit dem Bus oder Taxi zum Park (ca. 20 Minuten).
- Alternativ Flug von Mahé nach Praslin (15 Minuten).
Eintritt: 350 SCR (ca. 22 €) für Erwachsene, ermäßigt 200 SCR.
4. Fond Ferdinand Nature Reserve (Praslin)
Lage: Südosten von Praslin, angrenzend an den Vallée de Mai.
Tierwelt & Besonderheiten: Sekundärwald mit endemischen Pflanzen und Tieren, darunter der Seychellen-Fledermaus (*Pteropus seychellensis*). Geführte Wanderungen mit Fokus auf Ökologie.
Beste Reisezeit: Mai–September (kühlere Temperaturen).
Anreise:
- Von Praslin aus mit dem Bus oder Taxi in ca. 15 Minuten.
Eintritt: 250 SCR (ca. 16 €).
5. La Digue Veuve Nature Reserve (La Digue)
Lage: Östlich von La Digue, umfasst das letzte Rückzugsgebiet des seltenen Schwarzbrust-Seglers (*Terpsiphone corvina*).
Tierwelt & Besonderheiten: Trockenwald mit endemischen Vogelarten und einer der letzten Populationen des Schwarzbrust-Seglers (ca. 100 Individuen).
Beste Reisezeit: April–Oktober (höhere Sichtungswahrscheinlichkeit).
Anreise:
- Mit der Fähre von Praslin nach La Digue (ca. 15 Minuten), dann zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Park (ca. 30 Minuten).
Eintritt: 100 SCR (ca. 6 €).
6. Silhouette National Park (Silhouette)
Lage: Insel Silhouette, nordwestlich von Mahé.
Tierwelt & Besonderheiten: Einer der artenreichsten Parks der Seychellen mit endemischen Pflanzen (z. B. *Drypetes riseleyi*) und Tieren wie dem Seychellen-Riesengecko (*Ailuronyx trachygaster*).
Beste Reisezeit: Mai–September (weniger Regen).
Anreise:
- Mit dem Boot von Mahé nach Silhouette (ca. 1 Stunde).
- Transfer vom Anleger zum Parkzentrum mit dem Boot oder zu Fuß (ca. 30 Minuten).
Eintritt: 200 SCR (ca. 13 €), inkl. geführte Touren.
7. Curieuse Island National Park (Curieuse)
Lage: Insel Curieuse, nordöstlich von Praslin.
Tierwelt & Besonderheiten: Heimat der letzten wildlebenden Aldabra-Riesenschildkröten (*Aldabrachelys gigantea*) auf den Seychellen. Mangrovenwälder und Korallenriffe.
Beste Reisezeit: April–Juni oder September–November (angenehme Temperaturen).
Anreise:
- Mit dem Boot von Praslin nach Curieuse (ca. 30 Minuten).
Eintritt: 150 SCR (ca. 10 €), inkl. Guide.
8. Sainte Anne Marine National Park (vor Mahé)
Lage: Umfasst mehrere Inseln vor der Küste von Mahé, darunter Sainte Anne, Moyenne und Cerf.
Tierwelt & Besonderheiten: Geschütztes Meeresgebiet mit Korallenriffen, Dugongs, Meeresschildkröten und über 150 Fischarten. Ideal für Schnorcheln und Tauchen.
Beste Reisezeit: März–Mai oder September–November (beste Sicht unter Wasser).
Anreise:
- Mit dem Boot ab Victoria oder Beau Vallon (ca. 30–60 Minuten, je nach Zielinsel).
Eintritt: 100–200 SCR (ca. 6–13 €), je nach Insel.
Karte der Nationalparks auf den Seychellen

Routenvorschlag: Zwei Wochen Nationalparks auf den Seychellen
Diese Route kombiniert die wichtigsten Nationalparks und Naturreservate mit Erholung an Stränden und kulturellen Highlights. Die Reise ist für Selbstfahrer oder mit geführten Touren möglich.
Tag 1–3: Mahé – Wanderungen und Küstenparks
- Tag 1: Ankunft in Victoria, Transfer zum Hotel in Beau Vallon. Nachmittags Besuch des Morne Seychellois Nationalparks (Wanderung zum Gipfel).
- Tag 2: Port Launay Nationalpark (Vogelbeobachtung und Mangrovenwanderung). Abend: Strandzeit in Beau Vallon.
- Tag 3: Sainte Anne Marine National Park (Schnorcheltour zu den Korallenriffen).
Tag 4–7: Praslin – Palmenwälder und Küsten
- Tag 4: Fähre nach Praslin, Transfer zum Hotel. Nachmittags Besuch des Vallée de Mai Nature Reserve (geführte Tour durch den Palmenwald).
- Tag 5: Fond Ferdinand Nature Reserve (Wanderung mit Fokus auf Ökologie). Abend: Strandzeit in Anse Lazio.
- Tag 6: Ausflug zur Insel Curieuse (Schildkrötenbeobachtung und Schnorcheln).
- Tag 7: Freier Tag für Strandtage oder optional Tauchen im Sainte Anne Marine Park.
Tag 8–10: La Digue – Ruhe und Vogelbeobachtung
- Tag 8: Fähre nach La Digue, Fahrradverleih und Erkundung der Insel (z. B. Anse Source d’Argent). Nachmittags Besuch des La Digue Veuve Nature Reserve.
- Tag 9: Geführte Vogelbeobachtungstour im Veuve-Reservat. Optional: Ausflug zur Insel Felicité.
- Tag 10: Freier Tag für Strandtage oder optional Wanderung zum Nid d’Aigle (Aussichtspunkt).
Tag 11–14: Silhouette – Abgeschiedenheit und Artenvielfalt
- Tag 11: Bootstransfer nach Silhouette, Check-in im Resort. Nachmittags geführte Tour im Silhouette National Park (Riesengeckos und Pflanzen).
- Tag 12: Wanderung zum Gratweg mit Panoramablick über die Insel. Optional: Schnorcheln an der Westküste.
- Tag 13: Freier Tag für Erholung oder optional Bootstour zu den umliegenden Inseln.
- Tag 14: Rückreise nach Mahé, letzter Abend in Victoria oder Beau Vallon.
Praktische Hinweise für Besucher
- Beste Reisezeit: April–Mai und September–November (angenehme Temperaturen, weniger Touristen).
- Anreise: Internationaler Flughafen auf Mahé (SEZ). Von dort Fähren oder Inlandsflüge zu den anderen Inseln.
- Fortbewegung: Auf Mahé, Praslin und La Digue sind Mietwagen, Busse oder Fahrräder möglich. Auf Silhouette und Curieuse nur per Boot erreichbar.
- Ausrüstung: Festes Schuhwerk für Wanderungen, Badekleidung, Sonnenschutz und ggf. Schnorchelausrüstung.
- Führungen: Für viele Parks werden geführte Touren angeboten, besonders empfohlen für Vallée de Mai, Fond Ferdinand und Silhouette.
- Nachhaltigkeit: Die Parks sind geschützt – Abfälle mitnehmen, keine Pflanzen oder Tiere berühren.
Fazit: Natur pur auf den Seychellen
Die Nationalparks der Seychellen bieten eine einzigartige Kombination aus artenreicher Flora und Fauna, atemberaubenden Landschaften und unberührten Küsten. Ob Wanderungen durch Palmenwälder, Vogelbeobachtung in Reservaten oder Schnorcheln in geschützten Meeresgebieten – die Parks zeigen die weniger bekannte, wilde Seite des Archipels. Mit einer gut geplanten Route lassen sich die Highlights in zwei Wochen erkunden, ohne auf Komfort oder Strandtage verzichten zu müssen.