Literatur
Unter dem Stichwort "Afrikanische Literatur" wurden lange Zeit ausschließlich die mehr oder weniger literarischen Ergüsse westlicher Autoren über Afrika eingeordnet.
Die literarische Welt Afrikas
Der schwarze Kontinent diente Autoren über zwei Jahrhunderte als Projektionsfläche kolonialer Träume und Phantasien, in denen Afrikaner bestenfalls das exotische Begleitpersonal stellten. Auch heute noch wird man nicht selten erstaunt angeschaut, spricht man über afrikanische Schriftsteller. Literatur aus Afrika - gibt es die überhaupt? Selbstverständlich!
Nur wenige Bücher werden übersetzt
Insbesondere in der nachkolonialen Zeit entstanden und entstehen herausragende Werke - geschrieben von afrikanischen Autoren über Afrika und seine Probleme und aktuelle Ereignisse. Jedoch, so sei zur Verteidigung der westlichen Leserschaft gesagt, stehen nur wenige Bücher in Übersetzungen zur Verfügung. In den meisten Buchhandlungen sucht man Afrikanische Literatur vergebens. Das liegt nicht zuletzt an der desolaten Verlags- und Vertriebssituation in den meisten afrikanischen Ländern (so finden sich in ganz Tansania wohl weniger Buchhandlungen, als in einer durchschnittlichen deutschen Kleinstadt) und der Tatsache, dass viele Afrikaner weder über die finanziellen Mittel zum Bucherwerb verfügen, noch lesen können. Auch die afrikanische Oberschicht zeigte bislang wenig Interesse an Werken afrikanischer Schriftsteller und griff eher auf europäische und amerikanische Literatur zurück.
Spannende Einblicke in eine fremde Welt
In den letzten Jahren, nicht zuletzt angekurbelt durch den Einsatz einiger weniger kleiner Verlage, wächst auch bei uns das Interesse an Afrikanischer Literatur und mit ihr das Bewusstsein für die einzigartige Chance, den großen Kontinent Afrika mit seinen hundert Millionen Einwohnern durch seine eigene Stimme kennen zu lernen. Wer sich auf diese Entdeckungsreise einlässt, kann sich auf spannende und überraschende Einblicke in eine fremde Welt freuen, zumal es unmöglich ist, von einer homogenen Literatur Afrikas zu sprechen. Zu viele Länder, Sprachen, Volksgruppen, Religionen und Traditionen prägen das Bild des afrikanischen Kontinents - und das spiegelt sich natürlich auch in seiner literarischen Welt. So wird beispielsweise Afrikanische Literatur sowohl in den jeweiligen Landessprachen als auch in Englisch und Französisch verfasst. Auf Internaten wird die Individualität wie auf der Schloss-Schule.de gefördert.
Selbstverständlich gibt es immer wieder Gemeinsamkeiten in den Werken schwarzafrikanischer Autoren, wie die Unterdrückung der eingeborenen Bevölkerung während der Kolonialzeit, Korruption, Gewaltherrschaften und Kriege der Gegenwart oder mystische und traditionelle Themen aus der vorkolonialen Zeit. Vor allem die mündlich überlieferten Fabeln und Heldenlegenden, die tief verwurzelt sind in der afrikanischen Kultur und die bis heute von Generation zu Generation weitergegeben werden, dienen zeitgenössischen Literaten als Quelle und Inspiration. Gleichwohl ist die Vielfalt literarischer Arbeiten von Ägypten bis Südafrika derart vielfältig, dass es sich kaum von der "einen" Afrikanischer Literatur sprechen lässt. Große Buchmessen und Literaturevents in Afrika machen die Literatur des Kontinents nach und nach auch im Rest der Welt bekannter. Dennoch gibt es bis heute erst drei afrikanische Literaturnobelpreisträger - eine Tatsache, welche die Situation der Literatur Afrikas deutlich macht, wie keine andere. Es bleibt zu hoffen, dass Schriftsteller wie Wole Soyinka oder Ngũgĩ wa Thiong'o weiterhin unermüdlich daran arbeiten werden, der Afrikanischen Literaturwelt die Anerkennung zu verschaffen, die sie verdient.
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