Bunny Chow – Südafrikas Streetfood-Klassiker aus Durban
Ein würziges Curry in einer ausgehöhlten Brotlaibhälfte: Der Bunny Chow ist Südafrikas bekanntestes Streetfood-Gericht.
Der Bunny Chow ist mehr als nur ein Gericht – er ist ein Stück südafrikanischer Geschichte und kulinarischer Identität. Das einfache, aber aromatische Curry in einer ausgehöhlten Brotlaibhälfte entstand in den 1940er-Jahren in den indisch geprägten Vierteln Durbans und wurde schnell zum Symbol der multikulturellen Küche Südafrikas. Heute ist der Bunny Chow ein fester Bestandteil des lokalen Streetfood-Angebots und zieht Besucher aus aller Welt in seinen Bann.
Ursprung und Bedeutung
Die Wurzeln des Bunny Chows reichen bis in die Zeit der britischen Kolonialherrschaft zurück. In den 1940er-Jahren arbeiteten tausende indische Vertragsarbeiter in den Zuckerrohrplantagen Natals, wie die Region um Durban damals hieß. Da sie oft keine Möglichkeit hatten, sich in Restaurants aufzuhalten, entwickelten sie eine praktische Lösung: Sie füllten Curry in ausgehöhlte Brotlaibe, die sich leicht transportieren und essen ließen. Der Name „Bunny“ leitet sich vermutlich vom englischen Wort „boy“ ab, das damals für indische Arbeiter verwendet wurde. „Chow“ bedeutet im südafrikanischen Slang „Essen“ oder „Mahlzeit“.
Der Bunny Chow wurde zum Symbol der indisch-südafrikanischen Gemeinschaft und spiegelt die Anpassungsfähigkeit und Kreativität wider, mit der Migranten ihre Traditionen in der neuen Heimat bewahrten. Heute ist er ein fester Bestandteil der südafrikanischen Küche und steht für die kulturelle Vielfalt des Landes.
Regionale Varianten und Zutaten
Der klassische Bunny Chow besteht aus einem einfachen, aber würzigen Curry, das in eine halbe oder ganze Brotlaibhälfte gefüllt wird. Die Füllung variiert je nach Region und Geschmack, aber die Grundzutaten bleiben ähnlich:
- Kartoffeln, Zwiebeln und Tomaten als Basis
- Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander und Chilipulver für die Würze
- Fleisch wie Huhn, Lamm oder Rind, oder vegetarische Alternativen wie Kichererbsen oder Bohnen
- Frische Kräuter wie Koriander und Minze zum Garnieren
In Durban wird der Bunny Chow oft mit einem scharfen Durban-Curry zubereitet, das durch die Zugabe von Curryblättern und grünen Chilischoten eine besondere Note erhält. Die Schärfe variiert je nach Restaurant oder Streetfood-Stand, sodass jeder Besucher seinen persönlichen Geschmack findet. Traditionell wird der Bunny Chow mit den Händen gegessen, wobei die Brotlaibhälfte als essbarer Teller dient.
Rezept: Einfacher Bunny Chow zum Nachkochen
Dieses Rezept ist eine vereinfachte Version des klassischen Durban-Currys, das sich gut für zu Hause nachkochen lässt. Die Zubereitung dauert etwa 45 Minuten und ergibt vier Portionen.
Zutaten
Für das Curry:
- 500 g Hühnerbrust oder Lammfleisch, in mundgerechte Stücke geschnitten
- 2 große Zwiebeln, fein gehackt
- 3 Knoblauchzehen, fein gehackt
- 1 Stück Ingwer (ca. 3 cm), gerieben
- 2 Tomaten, gewürfelt
- 2 Kartoffeln, geschält und in Würfel geschnitten
- 1 Dose Kichererbsen (240 g abgetropft), optional für vegetarische Variante
- 2 EL Currypulver (mild oder scharf nach Geschmack)
- 1 TL Kurkuma
- 1 TL Kreuzkümmel
- 1 TL Korianderpulver
- 1–2 grüne Chilischoten, fein gehackt (nach Schärfegrad)
- 1 Handvoll frischer Koriander, gehackt
- 2 EL Öl (Sonnenblumen- oder Rapsöl)
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
- 250 ml Wasser oder Hühnerbrühe
Für den Brotlaib:
- 2 große Weißbrotlaibe (z. B. Pullman oder Sandwichbrot), in Hälften geschnitten und ausgehöhlt
Zubereitung
- Curry zubereiten: Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin bei mittlerer Hitze anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Currypulver, Kurkuma, Kreuzkümmel und Korianderpulver hinzufügen und kurz mitrösten, bis ein intensiver Duft entsteht.
- Gemüse und Fleisch anbraten: Tomaten, Kartoffeln und Fleischstücke hinzufügen. Alles gut vermengen und etwa 5 Minuten braten, bis das Fleisch von allen Seiten Farbe bekommt. Bei vegetarischer Variante die Kichererbsen erst später hinzufügen.
- Würzen und köcheln lassen: Mit Wasser oder Brühe ablöschen, bis das Curry knapp bedeckt ist. Hitze reduzieren und etwa 25–30 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch zart ist und die Kartoffeln weich sind. Bei Bedarf mehr Wasser hinzufügen.
- Abschmecken: Mit Salz und Pfeffer würzen. Die grünen Chilischoten und frischen Koriander unterheben. Das Curry sollte eine sämige, aber nicht zu flüssige Konsistenz haben.
- Brotlaib vorbereiten: Die ausgehöhlten Brothälften kurz im Ofen bei 180 °C für etwa 5 Minuten erwärmen, damit sie nicht zu weich werden. Alternativ können sie auch kurz in einer Pfanne leicht geröstet werden.
- Füllen und servieren: Das heiße Curry portionsweise in die Brothälften füllen. Mit frischem Koriander garnieren. Traditionell wird der Bunny Chow sofort serviert und mit den Händen gegessen – die Brotlaibhälfte dient dabei als essbarer Teller.
Wo Reisende den Bunny Chow in Durban probieren können
Durban ist die beste Adresse, um den authentischen Bunny Chow zu probieren. Die Stadt beherbergt unzählige Streetfood-Stände, Restaurants und Imbisse, die das Gericht in verschiedenen Varianten anbieten. Hier einige empfehlenswerte Adressen:
Streetfood-Märkte und Imbisse
- Taj Indian Restaurant (Victoria Street, Greyville)
Eines der ältesten und bekanntesten Restaurants für indisch-südafrikanische Küche. Hier gibt es Bunny Chow in verschiedenen Varianten, von mild bis scharf. Besonders beliebt ist die Hühner-Variante mit Durban-Curry. - Curry Pot (verschiedene Standorte in Durban)
Eine Kette, die sich auf Curry-Spezialitäten spezialisiert hat. Die Standorte in der Innenstadt und in Umhlanga bieten Bunny Chow in Portionen für unter 100 Rand an. - Bunny’s Bar & Eatery (Durban North)
Ein gemütliches Restaurant mit Fokus auf südafrikanische und indische Küche. Hier wird der Bunny Chow in einer rustikalen Atmosphäre serviert, begleitet von lokalen Bieren oder Softdrinks. - Wilson’s Wharf (Vier Meer, Durban)
Ein beliebter Markt am Hafen mit verschiedenen Food-Ständen. Hier gibt es oft saisonale Varianten des Bunny Chows, kombiniert mit frischen Meeresfrüchten oder vegetarischen Optionen.
Tipps für den Besuch
Wer den Bunny Chow in Durban probieren möchte, sollte folgende Punkte beachten:
- Schärfegrad wählen: Viele Stände bieten verschiedene Schärfegrade an. Anfänger sollten mit einer milden Variante beginnen und sich langsam steigern.
- Portionsgröße: Ein ganzer Bunny Chow ist oft für zwei Personen ausreichend. Wer ihn allein isst, sollte eine halbe Portion bestellen oder nachfragen, ob kleinere Größen verfügbar sind.
- Begleitgetränke: Traditionell wird der Bunny Chow mit süßem Tee oder lokalem Bier serviert. In vielen Restaurants gibt es auch Lassi oder Ginger Beer als Alternative.
- Hygiene: Bei Streetfood-Ständen sollte man auf frische Zutaten und saubere Zubereitung achten. Beliebte Stände haben oft lange Warteschlangen – ein Zeichen für frische und authentische Küche.