Politik in Guinea-Bissau

Politik in Guinea-Bissau

Guinea-Bissau stand lange unter der Kolonialherrschaft Portugals. Unabhängigkeitsbestrebungen führten dazu, dass das Land im Jahre 1951 zur Überseeprovinz mit einer beschränkten Selbstverwaltung erklärt wurde. Aber auch nach diesem Jahr fanden Unabhängigkeitsbewegungen, wie zu Beispiel die PAIGC, einen großen Zulauf der Bevölkerung.

Unabhängigkeitsbewegung

Das lag insbesondere daran, dass Schwarzafrikaner benachteiligt wurden, obwohl sie die Mehrheit im Land bildeten. Die Unabhängigkeitsbewegung PAIGC setzte sich deshalb für die unbeschränkte Souveränität Guinea-Bissaus ein. Nachdem Streiks und Aufstände nicht halfen, nahmen sie den bewaffneten Kampf auf. Selbst unter dem Druck der UNO gab Portugal nicht nach, sodass Guinea-Bissau seine Unabhängigkeit am 24. September 1973 selbst erklärte. Andere Staaten stimmten dem zu und seit dem 10. September 1974 ist die Unabhängigkeit Guinea-Bissaus offiziell.

Luis Cabral wurde der erste Präsident des unabhängigen Staates. Er regierte das Land als Staatspräsident bis zum Jahre 1980. In den Anfängen regierte die Partei PAIGC noch als Einheitspartei, später wurde das Mehrparteiensystem eingeführt. Die Regierung des Landes arbeitete daran, sich mit den Kapverdischen Inseln zu vereinigen, deshalb wurde ab dem Jahre 1976 gemeinsam an einer Verfassung für das Land gearbeitet.

Innenpolitik

Durch einen Militärputsch im Jahre 1980 wurde Major João Bernardo Vieira zum neuen Staatschef und im Jahre 1984 trat eine neue Verfassung in Kraft. Diese erklärte Guinea-Bissau zur Präsidialrepublik. Die Vereinigung mit den Kapverdischen Inseln wurde seit der Zeit nicht mehr angestrebt. In den 1990er Jahren führte der Präsident João Bernardo Vieira unter dem Druck des IWF demokratische Reformen ein, denn die wirtschaftliche Situation des Landes war schlecht. Die demokratischen Reformen führten dazu, dass seit dem Jahre 1991 durch eine Änderung der Verfassung Gewerkschaften und Parteien zulässig waren. Im Jahre 1994 wurden schließlich auch die ersten freien Parlamentswahlen abgehalten. Die PAIGC und João Bernardo Vieira setzen sich bei dieser Wahl durch.

Politische Instabilität

Nachdem der Palast des Präsidenten im Jahre 1999 von Rebellen gestürmt wurde und João Bernardo Vieira fliehen musste, wurde Malam Bacai Sanha vorübergehend das neue Oberhaupt des Staates. Bei den anschließenden Präsidentschaftswahlen im gleichen Jahr konnte er sich aber nicht gegen Kumba Yalá behaupten. Im Jahre 2003 kam es allerdings erneut zum Militärputsch, wodurch die Regierung gestürzt wurde. Neues Staatsoberhaupt wurde bei den Wahlen im Jahre 2004 wieder João Bernardo Vieira. Auch in den darauf folgenden Jahren wechselte die Regierung häufig, sodass die politische Lage in Guinea-Bissau als instabil zu bezeichnen ist.

 

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