Kolonialzeit

Kolonialzeit

Im 15. Jahrhundert begannen die europäischen Großmächte der damaligen Zeit - Portugal, Spanien, die Niederlande und auch Frankreich - überall auf der Welt Kolonien zu eröffnen.

Eine unruhige Zeit

Auf der Suche nach Rohstoffen umsegelten die Nationen die ganze Erde, der asiatische Raum war dabei besonders gefragt. Auf der beschwerlichen Reise mussten die Schiffe den afrikanischen Kontinent fast komplett umsegeln. So kam es dazu, das überall an den Küstengebieten des Erdteils Stützpunkte und Handelkontore eröffnet wurden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus riesige Kolonien, die immer tiefer ins Landesinnere gingen.

Die Ausbeutung eines ganzen Kontinents

Im Laufe der folgenden fünf Jahrhunderte gründeten viele europäische Großmächte Kolonien in Afrika. Gegen den Willen der hiesigen Völker wurde das Vorhaben in der Regel gewaltsam umgesetzt. Wer sich gegen die neuen Herrscher zur Wehr setzte, wurde ermordet oder versklavt. Die Portugiesen waren im 15. Jahrhundert die erste Nation, die entlang der Küste Kolonien eröffnete. Von dort aus legten Schiffe aus Europa an, es wurden Waren in die Heimat oder nach Amerika versendet. Dabei handelte es sich meist um Sklaven, die im Austausch gegen Güter in die neue Welt verkauft wurden. Dieser sogenannte Dreieckshandel, von Europa nach Afrika über Amerika und zurück, wurde über vier Jahrhunderte lang betrieben.

Die Entdeckung des Hinterlandes

Lange Zeit beschränkten sich die Kolonialmächte auf die Eroberung der Küstenstreifen entlang des Atlantiks. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts drangen weitere Großmächte tiefer in afrikanisches Gebiet ein. Auch das Deutsche Reich gehörte dazu, es besaß unter anderem die Kolonien Namibia, Ruanda und Burundi. Technisch und kulturell waren die Europäer den Einheimischen deutlich überlegen. Widerstände der einheimischen Bevölkerung wurden blutig niedergeschlagen. Andere Völker schlossen Verträge mit den Fremdherrschern ab und erklärten sich zur Unterdrückung bereit. Im Gegenzug versprachen die Kolonialmächte Schutz vor anderen Staaten.

Die Hochphase der Kolonialzeit

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erreichte die Kolonialisierung des afrikanischen Kontinents ihre Hochphase. Nahezu alle Staaten des Erdteils hatten ihre Unabhängigkeit verloren und standen unter Führung europäischer Großmächte. Die Kolonialmächte traten in einem blutigen Wettstreit um die besten Kolonien gegeneinander an und beuteten die Menschen und das Land gnadenlos aus. Der Sklavenhandel wurde in dieser Zeit zwar verboten und unter Strafe gestellt, war in weiten Teilen des Landes aber bis ins 20. Jahrhundert hinein weiterhin gängige Praxis.

Das Ende der Kolonialzeit

Fast fünf Jahrhunderte lang bekämpften sich die europäischen Kolonialherrscher auf dem afrikanischen Kontinent und hinterließen verwüstete und zerstörte Staaten. Erst gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als es zu einer Neuordnung der Welt kam, erlangten immer mehr afrikanische Länder ihre Unabhängigkeit zurück. In zwei Jahrzehnten waren es 50 Kolonien, die nicht mehr unter der Führung einer europäischen Großmacht standen. 1960 wird in vielen Geschichtsbüchern als das Jahr der sogenannten Dekolonisation geführt, dem Jahr als die meisten Staaten wieder eigenständig waren. Lediglich Portugal weigerte sich viele Jahre, die Unabhängigkeit einiger Staaten anzuerkennen. Erst nach einigen kämpferischen Auseinandersetzungen gaben die Südeuropäer ebenfalls die Kolonialherrschaft in Afrika auf.

 

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